Foto: Paola Corsini

Fassade im laufenden Betrieb ausgetauscht: Wohnblocksanierung von Nomos in Genf

Published On: 11. August 2026

Der 48 Meter hohe Tour de Vieusseux prägt die gleichnamige Großsiedlung im Norden von Genf. Die Cité Vieusseux entstand ab den 1930er Jahren im Auftrag der Baugenossenschaft Société coopérative d’habitation Genève (SCHG), das Hochhaus nach Plänen der Genfer Architekten Robert und Jean-Jacques Honegger wurde 1974 ergänzt. Jahrzehnte später machte vor allem der hohe Energieverbrauch eine umfassende Modernisierung notwendig. Mit der Sanierung wurden Nomos Architects beauftragt.

Im Zentrum des Projekts stand die energetische Erneuerung der Gebäudehülle. Gleichzeitig nutzten die Architekt*innen die Maßnahme, um die Wohnqualität zu verbessern: Die bisherigen Balkone wurden zu Wintergärten umgestaltet, die direkt an die Küchen anschließen. Als thermische Pufferzone reduzieren sie im Winter den Heizbedarf durch solare Gewinne und fördern im Sommer die natürliche Lüftung. Zugleich erhält der ehemals wuchtige Baukörper durch die neue Fassade eine leichtere Wirkung.

Foto: Paola Corsini

Foto: Paola Corsini

Für den Umbau ersetzten filigrane Stahl-Glas-Konstruktionen die massiven Betonbrüstungen. Nun lassen sich großformatige, drehbare Glaspaneele weit öffnen, um auf unterschiedliche Temperaturen reagieren zu können.

Die Arbeiten wurden bei laufendem Betrieb ausgeführt: Rund 400 Menschen konnten während der Sanierung in ihren 150 Wohnungen bleiben. Neun Monate lang stand das Baugerüst, drei Arbeitstage pro Wohnung, rund drei Stunden benötigte der Austausch der Verglasung, circa 20 Minuten das Entfernen der Betonbrüstung.

Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.

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