Foto: Eric Tschernow

Generationenwohnen im Holz-Zickzack: Nachverdichtung in Berlin von Christoph Wagner, Wenke Schladitz und Böhm Ruic

Published On: 9. September 2026

In Berlin-Charlottenburg hat die Schwulenberatung Berlin ihr Wohnangebot für queere Menschen erweitert. Auf dem Hinterhofgrundstück des bestehenden Gebäudes Lebensort Vielfalt entstand mit LOV+ ein generationenübergreifendes Wohnhaus für 55 Personen aus der LSBTIQ+-Gemeinschaft. Geplant haben den Neubau Christoph Wagner Architekt*innen gemeinsam mit Wenke Schladitz und Böhm Ruic Architekten.

Der Baukörper nutzt das Grundstück zwischen den Brandwänden nahezu vollständig aus und gliedert sich in zwei Volumen, verbunden über ein offenes Treppenhaus. Rücksprünge, Durchbrüche und Höhenversprünge brechen die Kubatur. Erschlossen wird das Haus über Laubengänge, die von 13 Meter hohen Holzstützen getragen werden – deren Unterzüge bilden das markante Zickzack.

Foto: CWA

Foto: CWA

Im Erdgeschoss liegen gemeinschaftliche und öffentliche Bereiche: Essraum mit Küche, Veranstaltungs- und Multifunktionsraum sowie Büros der Schwulenberatung. In den vier Obergeschossen verteilen sich 18 Wohnungen auf rund 1.800 Quadratmeter reine Wohnfläche – vom Ein- bis Vierzimmerappartement über WGs bis zu zwei Clusterwohnungen, eine davon rund um die Uhr betreut für acht Jugendliche. Private Räume bleiben bewusst kompakt, die gemeinschaftlichen Flächen sind zentraler Teil des Konzepts. So wird mit geteilten Bereichen größere Flächeneffizienz (33 Quadratmeter Wohnfläche pro Kopf) erreicht und gleichzeitig sozialer Austausch gefördert.

Konstruktiv setzt LOV+ auf Brettsperrholz im Raster von drei Metern; auch Aufzugsschacht und Brandwände sind in Holz ausgeführt. Erd- und Untergeschoss bestehen aus Beton. Die vorgehängte, hinterlüftete Wellblechfassade stellten die Planer*innen aus Restbeständen zusammen. Bei 3.500 Quadratmeter Bruttogrundfläche lagen die Baukosten bei 7,6 Millionen Euro.

Ausführlich Informationen zu dem Projekt finden sie auf heinze.de.

Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.

Beitrag teilen