
Foto: Sebastian Schels
Re-Use außen, Hackschnitzel innen: Heizwerk in Bad Aibling von ensømble studio
Auf dem ehemaligen US-Kasernenareal in Bad Aibling entwickelt die B&O Gruppe seit 2005 ein Quartier für ressourcenschonendes Bauen. Das neue Heizwerk von ensømble studio architektur aus Berlin versorgt die umliegenden Wohn- und Forschungsbauten mit Wärme aus Holzhackschnitzeln – und dient zugleich als Praxisversuch für Re-Use.
Das neue Heizwerk ergänzt die 2011 fertiggestellte Heizikone von Matteo Thun, der auch das städtebauliche Gesamtkonzept für das Areal lieferte. Bauherrin ist die B&O Parkgelände GmbH. Im Inneren arbeitet eine Biomasseanlage mit 1.100 Kilowatt Leistung. Das rote Holzkleid verweist auf das benachbarte historische Heizwerk und auf das Feuer im Gebäude. Die asymmetrische Giebeldachform folgt der Höhe des Pufferspeichers und dem inneren Materialfluss.
Der Hallenbau besteht überwiegend aus Nadelholz, die Fachwerkbinder aus Brettschichtholz. Nur Bodenplatte und Brennstoffbunker sind in Stahlbeton ausgeführt. Vier Binder überspannen stützenfrei 16 Meter und schaffen einen flexibel nutzbaren Innenraum, der auch spätere Anpassungen der Anlagentechnik erlaubt.
Den ressourcenschonenden Anspruch führen die Architekt*innen über Wiederverwendung fort: Natursteinbrocken aus der Entsiegelung des Geländes bilden einen drei Meter hohen Bruchsteinsockel, die Tore erhielten eine Bekleidung aus alten Kupferregenrinnen. Die bestehende Betonmauer an der Grundstücksgrenze blieb erhalten und fasst, auf halbe Höhe gestutzt, den Raum zwischen Alt- und Neubau.
Re-Use spare Materialkosten, erhöhe aber den Arbeitsaufwand, so das Team um Amandus Samsøe Sattler, Mikala Holme Samsøe und Andrada Reeb. Gemeinsam mit lokalen Handwerksbetrieben entstand das 375 Quadratmeter große Gebäude in 24 Monaten.
Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.

