Der Zuidpark in Antwerpen von Tractebel, atelier adr und Georges Descombes erhielt den European Prize for Urban Public Space 2026. Foto: Isabelle Pateer

Picknick statt Parken: European Prize for Urban Public Space 2026 geht nach Antwerpen

Published On: 6. November 2026

Mit dem European Prize for Urban Public Space zeichnet das Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB) alle zwei Jahre Projekte im öffentlichen Raum aus, die zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten beitragen. 2026 kürte die internationale Jury unter 381 Einreichungen aus 38 Ländern den Zuidpark in Antwerpen zum Preisträger – ein Projekt, das exemplarisch für die Klimaanpassung innerstädtischer Straßenräume steht: Mit der Transformation vom Parkplatz zum Park verwandelten Tractebel (Brüssel), atelier adr (Genf) und der Schweizer Landschaftsarchitekt Georges Descombes eine Hitzeinsel in eine grüne Lunge für das umliegende Quartier.

Ursprünglich war das Areal an der Schelde ein industrielles Hafenbecken. Nachdem es in den 1960er Jahren zugeschüttet und asphaltiert worden war, parkten hier Autos in langen Reihen. Seit 2024 ist der nunmehr entsiegelte und begrünte Platz ein Ort für Erholung, Sport und Begegnungen. Seine Gestaltung knüpft visuell an das einstige Erscheinungsbild des Hafenbeckens an: Im Zentrum liegt eine große Wiese, die mit drei kleinen Plätzen, Wasserflächen, Sport- und Spielbereichen durchsetzt ist und von breiten Wegen und Baumreihen flankiert wird. Die Jury würdigte insbesondere diese Verbindung von Maßnahmen des Wassermanagements und der Landschaftsgestaltung mit der Pflege des historischen Erbes.

Die temporäre Installation „Roundabout Baths“ in Logroño von Leopold Banchini Architects wurde mit einer Special Mention geehrt. Foto: Gregori Civera

Sie ehrte mit einer besonderen Anerkennung außerdem das Projekt Roundabout Baths in Logroño, entworfen von Leopold Banchini Architects für das Kunstfestival „Concentrico“. Sechs heiße Sommertage lang wurde ein Brunnen in der Mitte eines Kreisverkehrs mittels einer einfachen Holzkonstruktionen in ein öffentliches Bad verwandelt. Die Intervention mit einem wiederverwendbaren Bausatz zeige beispielhaft das enorme Potenzial schneller und niedrigschwelliger Adaptionen für die urbane Freiraumplanung, so das Juryurteil.

Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.

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