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Charme der Kornmühle erhalten: Wohnensemble bei Budweis von mar.s architects
Auf einer Industriebrache am Ufer der Moldau, südwestlich von Budweis, ist ein Wohnquartier mit 83 Mietwohnungen entstanden. Das Büro mar.s architects aus Prag setzte dabei auf den Erhalt möglichst großer Teile der historischen Bausubstanz.
Die stillgelegte Kornmühle in der Gemeinde Boršov nad Vltavou liegt idyllisch, umgeben von Grün, gegenüber eines Barockschlosses. Umbau und Erweiterung erfolgten in enger Zusammenarbeit mit dem vor Ort ansässigen Bauherrn Auböck Bau mit österreichischen Wurzeln. Erhalten bleiben sollte der industrielle Charme des Ensembles.
Kern des Bestands ist ein fünfgeschossiger Backsteinbau mit kleinem Turm aus dem späten 19. Jahrhundert, im 20. Jahrhundert um Betonanbauten und ein Verwaltungsgebäude ergänzt. Zwei Neubauten kommen nun hinzu. Die Wohnungen umfassen 45 bis 150 Quadratmeter – vom Einzimmerappartement bis zur Fünfzimmerwohnung, inklusive einer Turmmaisonette mit Dachterrassen.

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Städtebaulich zentral ist die Schließung der offenen Seite des U-förmigen Ensembles: Ein dreigeschossiger Neubau mit heller Ziegelfassade fasst nun einen begrünten Platz. Dort verweist eine der beiden originalen Francis-Turbinen, die früher das Mühlrad antrieben, als skulpturales Objekt auf die Geschichte des Ortes.
Das Mühlengebäude wurde bis auf das Ziegelmauerwerk zurückgebaut und erhielt ein abgesetztes Staffelgeschoss aus hellen Ziegeln sowie schwarze Stahlbalkone. Konstruktiv war der Eingriff anspruchsvoll: Im ältesten Teil ersetzen Stahlbetondecken eine hölzerne Konstruktion, im jüngeren Teil wurde ein System aus Betonzellen entfernt. Das Verwaltungsgebäude mit Satteldach bekam einen Ziegelsockel, eine helle Putzfassade und ist über einen gläsernen Erschließungskern mit der Mühle verbunden.
Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.
