Foto: Gemini, BauNetz

Bau-Turbo, aber mit Verantwortung: Leitfaden für Kommunen veröffentlicht

Published On: 25. März 2026

Ein breites Bündnis aus Architektur- und Umweltverbänden hat einen Leitfaden veröffentlicht, der Kommunen bei der Umsetzung des sogenannten Bau-Turbo-Gesetzes unterstützen soll – ohne Klima- und Flächenschutz zu opfern. 

Seit Ende 2025 erlaubt das Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung Kommunen, auf Bebauungspläne zu verzichten oder von bestehenden Plänen und dem Einfügungsgebot abzuweichen. Über die Genehmigung entscheidet die Kommune. Tut sie das nicht innerhalb von drei Monaten, greift eine Genehmigungsfiktion. Architektur- und Umweltverbände hatten das Gesetz im Vorfeld scharf kritisiert: Sie warnten vor Zersiedelung, Flächenverbrauch und Rückschritten beim Umweltschutz. 

Wer hinter dem Bündnis steht 

Unter dem Namen „Bau-Turbo kommunal“ haben sich Architects for Future, die Bundesarchitektenkammer, BUND, DGNB und der Verein Klimaschutz im Bundestag zusammengeschlossen. A4K und BAK hatten zuvor gefordert, den Bau-Turbo nicht für den Außenbereich und nicht für Vorhaben unter sechs Wohneinheiten anzuwenden – die Bundesregierung nahm diese Einschränkungen nicht auf. Der Leitfaden soll nun auf kommunaler Ebene auffangen, was bundesgesetzlich nicht geregelt wurde. 

Zehn Leitlinien als Orientierungsrahmen 

Die Initiative formuliert zehn Leitlinien. Oberste Priorität hat das Prinzip „Innen- vor Außenentwicklung“, um Naturräume und Agrarflächen zu schützen. Baugrundstücke sollten bereits erschlossen sein, Neubauten mindestens sechs Einheiten umfassen und einen erheblichen Anteil geförderten Wohnraums enthalten. Ziel müsse sein, „die örtlichen Wohnraumbedarfe mit den Belangen der Landwirtschaft sowie des Natur- und Klimaschutzes in Einklang zu bringen“. Die Beschlussvorlage steht kostenlos zum Download bereit; ein begleitendes Webinar ist für den 14. April angekündigt. 

Beitrag teilen