
Foto: Andreas Schüring Architekten
Transparente Rückseite: Wohnhauserweiterung von Andreas Schüring Architekten in Münster
Auf dem Areal der ehemaligen Train-Kaserne in Münster haben Andreas Schüring Architekten ein Wohnhaus subtil erweitert. Es befindet sich in einem früheren Offiziersgebäude, das zwar nicht denkmalgeschützt, jedoch als wertvolle Bausubstanz eingestuft ist. Von der Straße aus gesehen erscheint der Bestand kaum verändert, erst an der komplett verglasten Rückseite wird der Eingriff deutlich sichtbar.
Das Projekt umfasste die umfangreiche Überarbeitung eines Anbaus aus den 1970er Jahren. Formal orientierte sich das in Münster beheimatete Büro dabei an typischen Kasernenhäusern. Für die Erweiterung wurde das Mansarddach nach hinten mit einer neuen Dachkonstruktion aus Stahl und Holz verlängert. Dabei wurden historische Details wie das Traufgesims erhalten und als Vordach zeitgemäß interpretiert, sodass alt und neu nahtlos ineinander übergehen. Darüber hinaus ersetzte man die in den 1980er Jahren aufgebrachte Außendämmung in Abstimmung mit der Denkmalpflege durch eine Innendämmung. Der dadurch freigelegte Ziegel wurde überarbeitet und eingeschlämmt.
Durch den Dachausbau konnte die Bruttogeschossfläche von 80 auf 125 Quadratmeter vergrößert werden. Eine neue Lichtführung erhellt die zuvor sehr dunklen Innenräume: Neben der transparenten Gartenfront sorgen auch Oberlichter für eine optimale Versorgung mit Tageslicht. Dieses kann dank offener Stahltreppe und Gitterrosten im Dachgeschoss bis ins Untergeschoss gelangen.
Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.

