
Foto: Sebastian Schels
WBS 70 weich umhüllt: Sanierung eines Leipziger Freizeittreffs von KO/OK
Am Rand der Leipziger Großwohnsiedlung Neu-Paunsdorf haben KO/OK Architektur den Jugend- und Freizeittreff Crazy von 1989 energetisch saniert und behutsam erweitert. Der WBS-70-Bau erhielt eine neue, farbige Hülle und flexible Einbauten – ohne die Grundstruktur zu verlieren.
Das Büro mit Sitzen in Leipzig und Tübingen versteht seinen Eingriff als Fortschreibung des Bestands. Deutlichste Veränderung ist die Fassade: An die Stelle der grauen Fertigteilplatten treten wellenförmige Faserzementelemente mit weichen Farbverläufen in Lila, Gelb, Orange und Blau. Das Farbkonzept entwickelten die Architekt:innen gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen der Einrichtung – lesbar auch als eingehegte Fortführung der zuvor allgegenwärtigen Graffitis.
Im Inneren blieb die räumliche Grundfigur erhalten. Eine zentrale Halle mit VT-Faltendach und sichtbarer Tragstruktur bildet weiterhin das Zentrum; auch der Eichenparkettboden im Fischgrätmuster wurde aufgearbeitet. Ergänzt wird der Bestand um mobile Einbauten auf Rollen – Bar, Bühne, Tische, Bibliothek und Stauraum –, die den Raum zwischen Veranstaltung, Alltagsbetrieb und informeller Nutzung wandelbar machen. Das Innenraumkonzept greift die reduzierte Farb- und Materialpalette auf.
Ergänzt haben die Architekt*innen das Ensemble um einen Carport für das kommunale Fahrzeug der Einrichtung. Der Zubau verlängert die neue Fassadensprache in den Außenraum. Bauherrin ist die Stadt Leipzig, investiert wurden laut dieser rund 2,5 Millionen Euro bei 603 Quadratmetern Bruttogrundfläche.
Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.

