Foto: Kristin Baumert

Konvent der Baukultur 2026: Gute Gestaltung als Schlüssel für die Bauwende

Published On: 1. Juli 2026

Wie gelingt eine Bauwende, die nicht nur Ressourcen schont, sondern auch lebenswerte Städte und Quartiere schafft? Antworten darauf lieferte der Konvent der Baukultur 2026, der am 10. und 11. Juni in Potsdam stattfand. Mehr als 1.600 Besucherinnen und Besucher diskutierten über die Zukunft des Planens und Bauens – von ressourcenschonenden Prozessen über neue Materialien bis hin zur Frage, welchen Beitrag Baukultur für gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten kann.

Im Mittelpunkt stand die Vorstellung des neuen Baukulturberichts 2026/27 „Gestalten – Prozesse, Bauen, Zusammenhalt“ der Bundesstiftung Baukultur. Der Bericht macht deutlich: Gute Gestaltung ist weit mehr als eine ästhetische Frage. Sie beeinflusst Lebensqualität, Gesundheit und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und ist damit ein zentraler Baustein der Bauwende.

Baukultur als gemeinschaftliche Aufgabe

Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens blickte die Bundesstiftung Baukultur zudem auf ihre bisherige Arbeit zurück. Der begleitende Bericht „Was kann Baukultur?“ zeigt, wie sich das Bewusstsein für qualitätsvolles Planen und Bauen in den vergangenen Jahren verändert hat und welchen Beitrag die Stiftung dazu geleistet hat.

„Die gebaute Umwelt ist das Wichtigste, das wir als Gesellschaft gemeinsam gestalten“, betonte Vorstandsvorsitzender Reiner Nagel. Gute Gestaltung sei keine Nebensache, sondern eine Ressource, die sich positiv auf Gesundheit, Wohlbefinden und das gesellschaftliche Miteinander auswirke.

Foto: Julia Merkel

Ressourcenschonend planen und gemeinsam gestalten

In fünf Fachforen diskutierten Expertinnen und Experten aktuelle Herausforderungen der Baukultur. Themen waren unter anderem Baureduktionsplanung, nachhaltige Baustoffe, Handwerk und Gestaltung sowie die Wohnungsfrage. Dabei wurde deutlich: Gute Projekte entstehen nicht allein durch innovative Architektur, sondern durch qualitätsvolle Planungsprozesse und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Auch die Keynotes griffen zentrale Zukunftsthemen auf. Der Psychiater und Neurourbanist Prof. Dr. Mazda Adli zeigte, welchen Einfluss Stadtgrün und die Qualität öffentlicher Räume auf unsere psychische Gesundheit haben. Architektin Anna Heringer sprach über ihren Ansatz „Form follows love“, bei dem verantwortungsvolles Handeln, Gemeinschaft und der bewusste Umgang mit Ressourcen im Mittelpunkt stehen. Architekturtheoretiker Vittorio Magnago Lampugnani brachte seine Haltung auf den Punkt: „Nur nachhaltige Architektur ist schön. Nur schöne Architektur ist nachhaltig.“

Nachwuchs, Netzwerke und neue Impulse

Neben Vorträgen und Diskussionen bot der Konvent zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch. Rund 60 Initiativen präsentierten ihre Arbeit auf dem Marktplatz der Baukultur. Im Rahmen des Nachwuchswettbewerbs 30 m³ Baukultur wurden innovative Projekte von Studierenden sowie Schülerinnen und Schülern vorgestellt. Ergänzt wurde das Programm durch die Installation „Bäume der Zukunft“, die anschaulich zeigte, welchen Beitrag Stadtgrün für klimaangepasste und lebenswerte Städte leisten kann.

Der Konvent machte deutlich: Die Bauwende braucht nicht nur neue Technologien und Materialien, sondern vor allem eine gemeinsame Haltung. Baukultur verbindet Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und gesellschaftlichen Zusammenhalt – und liefert damit wichtige Impulse für die Transformation unserer gebauten Umwelt.

 

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