Foto: Andrew Alberts

Eine LPG wird zum Kunstareal: Umbau in Brandenburg von augustinundfrank/winkler

Published On: 1. Juli 2026

Für die Malerin Katharina Grosse und die von ihr gegründete Kunststiftung Wunderblock transformiert das Berliner Büro augustinundfrank/winkler aktuell ein ehemaliges LPG-Areal in Groß Kreutz bei Berlin zum Kunstort. Die Freiraumgestaltung für das 6,3 Hektar große Gelände erarbeitete der niederländische Landschaftsarchitekt Piet Oudolf zusammen mit Deltavormgroep (Utrecht). Nach einer großflächigen Entsiegelung wird deren Konzept nun von capattistaubach – urbane landschaften (Berlin) umgesetzt.

Der vorhandene Bestand umfasst neun schlichte Hallen in typischer DDR-Betonbauweise mit ungedämmten Außenwänden und weit gespannten Dachkonstruktionen. Sie werden von den Architekt:innen, die in der Vergangenheit schon zwei Projekte für die Künstlerin planten, minimalinvasiv an die neuen Funktionen angepasst. Das charakteristische äußere Erscheinungsbild bleibt dabei nahezu unverändert.

Nach Schadstoffsanierung und Sicherung der Bausubstanz wurden die Hallen, die als Ställe und Futterlager dienten, entkernt. Mit leichten, reversiblen Einbauten aus Holz schufen augustinundfrank/winkler innerhalb der vorhandenen Betonhüllen Ateliers, Lager-, Ausstellungs- und Gemeinschaftsräume. Wo nötig, ergänzen neue Dächer, Dämmungen oder große Verglasungen die vorhandene Struktur.

Foto: Andrew Alberts

Zwei frühere Futterlager wurden zu Grosses Sommer- und Winterstudio, ein drittes zum Lager für ihre Arbeiten. Ein partiell neues Obergeschoss im Winterstudio dient der Künstlerin als temporärer Wohnbereich. Zwei alte Ställe erhielten lediglich neue Böden, frühere Nutzungsspuren wurden bewahrt. Hier werden Ausstellungen gezeigt. Das ehemalige Maschinenhaus ist nun ein mittels eingestellter Holzboxen flexibel bespielbarer Mehrzweckraum. Eine Ruine bleibt als solche erhalten, in ihr entsteht nach Oudolfs Konzept ein Hortus conclusus.

Zwei Gebäude warten noch auf Umnutzung: In einem zentral gelegenen, 1.800 Quadratmeter großen Stall soll das Stiftungszentrum mit Bibliothek und Wohnstudios für Künstlerresidenzen Platz finden. Für ein kleineres Haus am Grundstücksrand werden gerade mögliche Nutzungsideen durchgespielt. Das Areal wird sich also im Sinne eines kreativen Prozesses kontinuierlich weiterentwickeln.

Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag vonBauNetz Meldungen.

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