
Foto: Samuel Bray
Infrastruktur für nichtmenschliche Spezies: Wildtierturm in Somerset von PEARCE+
Auf dem Gelände eines ehemaligen Milchviehbetriebs in Somerset im Südwesten Englands befindet sich die 81 Hektar umfassende Honeygar Farm. Es handelt sich dabei um ein Renaturierungsprojekt des Somerset Wildlife Trust in der Moorlandschaft der Sümpfe von Avalon. Langfristig soll es zu einem Kompetenzzentrum für Forschung, Ausbildung und Naturentwicklung werden.
Als Teil einer Strategie zur Förderung von Biodiversität hat das in Herefordshire ansässige Büro PEARCE+ auf dem Areal der Farm den Prototyp eines mehrgeschossigen, skulptural wirkenden Wildtierturms fertiggestellt, der komplett aus wiederverwendeten Baustoffen besteht. Zu Beginn des Design-Build-Projekts führten die Beteiligten eine Bestandsaufnahme des Geländes durch, um vorhandene Materialien zu erfassen und Möglichkeiten für deren Verwendung zu identifizieren.
Genutzt wurden unter anderem Überreste des früheren Landwirtschaftsbetriebs. Zum Einsatz kamen beispielsweise Pflastersteine, Betonbruch und Wellblech von alten Scheunendächern. Die Hülle des Baus besteht hauptsächlich aus alten Lärchenholzbohlen, die aus Holzstegen von Standorten des Wildlife Trust stammen. Ein leichtes inneres Rahmenwerk aus Stahlrohren sorgt für Stabilität.
Mit unterschiedlichen Nischen, Öffnungen, Spalten und aus verschiedenen Materialien bestehend, bietet der Turm gezielt Lebensräume für zahlreiche Tierarten, darunter Fledermäuse, Vögel, Molche und Insekten. Obwohl der Turm spezifisch auf Honeygar und die umgebende Feuchtgebietslandschaft mit saisonalen Überschwemmungen zugeschnitten sei, soll das zugrundeliegende Konstruktionsprinzip auch in anderen Renaturierungsprojekten zur Anwendung kommen, erklären PEARCE+.

