
Foto: Hermann Reichenwallner
Baukulturtag 2026: Wie gelingt die Bauwende im Hier und Jetzt?
Wie können wir heute anders planen, bauen und mit dem Bestand umgehen? Der siebte Baukulturtag in München zeigt konkrete Ansätze für eine zukunftsfähige Baukultur, vom Weiterbauen und nachhaltigen Materialien über gemeinschaftliches Wohnen bis hin zu neuen Formen der Stadtentwicklung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie nachhaltige Lösungen bereits heute umgesetzt werden können.
Am 22. September 2026 lädt die Max von Bredow Baukultur GmbH zum siebten Baukulturtag ins Fat Cat Kulturzentrum in München ein. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Frage, wie die gebaute Umwelt irgendwann aussehen könnte, sondern was sich bereits heute verändern lässt. Baukultur wird dabei als konkrete gesellschaftliche Aufgabe verstanden, die bei jeder Planung und jeder baulichen Entscheidung beginnt.
Weiterbauen statt neu bauen
Wie sich historische Strukturen mit neuen Anforderungen verbinden lassen, zeigt die neue Ortsmitte Scheyern. Die denkmalgeschützte Waldbauernschule aus dem 16. Jahrhundert wurde zu einem Bürgerhaus mit Café, Bürgersaal und Räumen für die Volkshochschule umgebaut. Ergänzt wird das Ensemble durch einen neuen Holzskelettbau, für den Holz aus dem Gemeindewald verwendet wurde.
Auch die Neugestaltung der Freisinger Innenstadt zeigt, wie bestehende Strukturen weiterentwickelt und öffentliche Räume aufgewertet werden können. Auf rund 33.500 Quadratmetern entstand eine barrierefreie Stadtmitte. Die Öffnung der Stadtmoosach, die Generalsanierung des Asamgebäudes und ein neues Beleuchtungskonzept sind dabei Teil einer umfassenden Transformation.
Gemeinschaft als Teil der Bauwende
Neben dem Umgang mit dem Bestand geht es beim Baukulturtag auch um neue Formen des Wohnens. Das gemeinschaftliche Wohnprojekt B.R.O.T. Pressbaum zeigt, wie gemeinsames Planen und Bauen neue Qualitäten schaffen kann. Im Mittelpunkt steht ein Wohnmodell, das Gemeinschaft fördert und damit einen Gegenentwurf zum zunehmend isolierten Wohnen bietet.
Damit rückt eine Frage in den Fokus, die auch für die Bauwende entscheidend ist: Wie können Gebäude und Quartiere so geplant werden, dass nicht nur möglichst effizient gebaut wird, sondern auch langfristig soziale und räumliche Qualitäten entstehen?
Nachhaltigkeit braucht gute Prozesse
In sechs Panels werden diese Fragen vertieft. Themen sind unter anderem bezahlbares Bauen, kommunales Engagement, nachhaltige Immobilienfinanzierung und gemeinschaftliches Sanieren. Damit richtet sich der Blick nicht allein auf einzelne Gebäude, sondern auch auf die Prozesse und Rahmenbedingungen, die zukunftsfähiges Bauen überhaupt ermöglichen.
Rund 40 Partner, Beratungsstellen, Planungsbüros und Unternehmen bieten darüber hinaus Raum für Austausch und Vernetzung. Eine Ausstellung der Bayerischen Architektenkammer ergänzt das Programm.
Der Baukulturtag setzt damit einen klaren Schwerpunkt: Die Bauwende entsteht nicht erst durch neue Technologien oder zukünftige Konzepte. Sie beginnt dort, wo heute Entscheidungen für den Erhalt von Strukturen, einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und lebenswerte Orte getroffen werden.
Baukulturtag 2026
22. September 2026
Fat Cat Kulturzentrum, München
Weitere Informationen und Anmeldung: www.baukulturtag-mvb.de

