Foto: © Ricardo Feldmann | AMM

KI in der Bauwende: Was das AMM Symposium über die Zukunft des Planens zeigte

Published On: 24. April 2026

Welche Rolle kann Künstliche Intelligenz in einer ressourcenschonenden Planung spielen? Diese Frage stand im Zentrum des 19. AMM-Symposiums „AI SHIFT“ an der Hochschule Bochum. Rund 800 Teilnehmende aus Architektur, Forschung und Industrie diskutierten dort nicht nur über technologische Möglichkeiten, sondern über einen grundlegenden Wandel von Planungsprozessen. Organisiert wurde das Symposium vom 24. Jahrgang des Masterstudiengangs Architektur Media Management (AMM) unter der Leitung von Prof. Jan R. Krause, der die Veranstaltung erneut als Plattform für aktuelle Zukunftsfragen der Branche positionierte.

Deutlich wurde: KI wird zunehmend vom Experiment zum Werkzeug. Statt um reine Effizienzversprechen ging es vor allem um die Frage, wie digitale Anwendungen Entwurf, Materialeinsatz und Entscheidungsprozesse nachhaltiger machen können. Gerade für die Bauwende eröffnen sich hier neue Perspektiven, etwa bei der frühen Bewertung von CO₂-Auswirkungen, in der Optimierung von Entwürfen oder im Umgang mit komplexen Planungsdaten.

Ein Schwerpunkt lag auf KI-Anwendungen für nachhaltige Gebäudekonzepte. Gezeigt wurde, wie sich ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen von Entwurfsentscheidungen bereits in frühen Planungsphasen simulieren lassen und wie datenbasierte Werkzeuge helfen können, Ressourcen bewusster einzusetzen. Damit wurde KI nicht als Selbstzweck diskutiert, sondern als Instrument für fundiertere und potenziell klimaschonendere Entscheidungen.

Foto: © Ricardo Feldmann | AMM

Zwischen Potenzial und Verantwortung

In hochkarätigen Keynotes und Panels, unter anderem mit dem international renommierten Büro MVRDV, wurden Chancen und Grenzen von KI intensiv ausgelotet. Energieverbrauch großer Modelle, Fragen von Verantwortung und Datenschutz sowie die Grenzen automatisierter Prozesse waren feste Bestandteile des Diskurses. Ein prägendes Bild beschrieb KI als „überambitionierten Praktikanten“: leistungsfähig und schnell, aber auf fachliche Steuerung angewiesen. Gerade in der Architektur, wo Entscheidungen immer auch kulturell und gesellschaftlich geprägt sind, bleibt menschliche Verantwortung zentral.

Von der Theorie in die Anwendung

Besonders greifbar wurde das Thema in interaktiven Workshops, die gemeinsam mit Industriepartnern wie Graphisoft, RKW Architektur +, Lamilux, ASSMANN, Kalzip, Baukobox und keeValue gestaltet wurden. Dort konnten Teilnehmende konkrete Anwendungen testen, von Ökobilanzierungen über zirkuläre Planungsansätze bis zu KI-gestützter Visualisierung. Spannend war dabei vor allem die Verbindung von technologischer Innovation und Fragen nachhaltiger Praxis. Nicht die Technologie selbst stand im Mittelpunkt, sondern ihr Potenzial, Planen resilienter und ressourcenschonender zu machen.

Impulse für die Bauwende

Für die Bauwende liefert das Symposium damit einen wichtigen Impuls: Künstliche Intelligenz könnte künftig helfen, Prozesse zu optimieren, Fehler zu vermeiden und ökologische Auswirkungen früher sichtbar zu machen. Entscheidend bleibt jedoch, wie diese Werkzeuge eingesetzt werden und mit welchem planerischen Anspruch.

Die Diskussion in Bochum zeigte vor allem eines: KI verändert nicht nur Werkzeuge, sondern auch das Selbstverständnis des Berufs. Und genau darin könnte ihr eigentliches Transformationspotenzial liegen.

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