CarbonBudget – unter dem Budget © HENN

Ein digitales Tool zur Berechnung von CO₂-Budgets für Bauprojekte

Published On: 8. Oktober 2026

Die Ökobilanzierung gehört heute zum Standard in der Gebäudeplanung, doch ohne vergleichenden Bezugsrahmen bleiben reine Emissionswerte schwer einordnbar. Das kostenfreie digitale Tool CarbonBudget berechnet auf Basis wissenschaftlicher Reduktionspfade das individuelle CO₂-Budget für Bauprojekte in Europa und macht potenzielle Klimakosten messbar.

Messbarer Bezugsrahmen für das nachhaltige Bauen

Die Baubranche verursacht rund ein Drittel der weltweiten CO₂-Emissionen. Entwurfsentscheidungen bestimmen den CO₂-Fußabdruck von Gebäuden und deren Auswirkung auf das globale Klima. Um die ökologischen Belastungsgrenzen der Erde einzuhalten, dient das Pariser Abkommen mit der Begrenzung der globalen Erwärmung auf möglichst 1,5 °C als Orientierung.

Während die Erfassung von Emissionswerten über den gesamten Lebenszyklus (LCA) – von den Baumaterialien über den Betrieb bis zum Rückbau – ein etabliertes Instrument ist, fehlte bisher ein verlässlicher Bezugsrahmen. Technikintensive Gebäude wie Krankenhäuser oder Labore benötigen naturgemäß mehr Energie als Bürogebäude oder Mischtypologien. Das vom Nachhaltigkeitsteam des Architekturbüros HENN entwickelte Tool CarbonBudget übersetzt die abstrakten Grenzen des Pariser Abkommens in konkrete, projektspezifische Obergrenzen.

Funktionsweise und wissenschaftliche Grundlagen

Das digitale Werkzeug ermöglicht es Ihnen, den errechneten CO₂-Fußabdruck eines Vorhabens direkt mit dem 1,5-Grad-Ziel abzugleichen:

  • Eingabe weniger Parameter: Auf Basis von Standort, geplantem Fertigstellungsjahr und Gebäudefläche berechnet das System das 1,5°C-konforme CO₂-Budget für Bauprojekte in Europa.

  • Visualisierung von LCA-Daten: Liegen bereits Ökobilanzwerte vor, visualisiert das Tool unmittelbar, ob die Emissionen innerhalb oder außerhalb des vorgesehenen CO₂-Rahmens liegen.

  • Monetäre Dimension: Überschreitet ein Gebäude sein Budget, beziffert das Tool die entstehenden gesellschaftlichen Folgekosten (Klimakosten) auf Basis von Daten des Umweltbundesamtes.

  • Wissenschaftlich fundiert: Die Entwicklung stützt sich auf anerkannte Reduktionspfade der Science Based Targets Initiative (SBTi) sowie des Carbon Risk Real Estate Monitors (CRREM) und berücksichtigt die Dekarbonisierung europäischer Stromnetze. Das System basiert auf einer peer-reviewed Publikation in der Fachzeitung Buildings and Cities (2025) und ist als Open-Source-Excel-Framework auf Zenodo einsehbar.

Nutzen für Planung und Entscheidungsfindung

Durch die Gegenüberstellung unterschiedlicher Entwurfsentscheidungen unter Berücksichtigung des 1,5°C-Pfads erkennen Architekten, Ingenieure, Projektentwickler, Forschende und politische Entscheidungsträger die Klimaauswirkungen ihrer Projekte frühzeitig. Dies erlaubt es Ihnen, fundierte Entwurfs- und Materialentscheidungen zu treffen.

Fazit und Ausblick

Werkzeuge wie CarbonBudget zeigen, wie wissenschaftliche Reduktionspfade in die tägliche Entwurfspraxis integriert werden können, um ein transparentes und klimabewusstes CO₂-Management im Bausektor zu etablieren.

HENN stellt das Tool ab sofort kostenfrei für die professionelle und kommerzielle Nutzung unter carbonbudget.eu zur Verfügung.

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