
Foto: Stefan Müller
Behutsame Eingriffe im Knast: Umbau zum Kulturkomplex in Berlin von Renner Architekten
Aus der einstigen Nördliche Militär-Arrestanstalt in Berlin-Moabit wird ein Kulturkomplex mit Ateliers und Proberäumen. Der erste, bereits abgeschlossene Bauabschnitt umfasst das ehemalige Verwaltungsgebäude und den Zellentrakt. Renner Architekten achteten darauf, nur so viel anzupassen, wie nötig – zum Beispiel beim Lärmschutz.
Das zwischen 1898 und 1902 errichtete Backstein-Ensemble steht unter Denkmalschutz. Nach militärischer und ziviler Justiznutzung ist die Anlage nun im Besitz des Landes Berlin, das auch als Bauherr auftritt. Die Eingriffe in den Bestand fielen zurückhaltend aus. Mineralische Innendämmputze ertüchtigen die Gebäude energetisch, ohne die Fassaden zu verändern. Im Verwaltungsbau ließen sich 32 Ateliers für bildende Kunst weitgehend in die vorhandene Grundrissstruktur einfügen, auch die Holzbalkendecken blieben erhalten. Ergänzt wurde ein Aufzug.
Der Umbau des Zellentrakts zu 49 Musikproberäumen war aufwendiger: Je zwei Hafträume legten die Architekt*innen zusammen und entkoppelten sie akustisch mit Innenschalen sowie Schallschutzfenstern und -türen. Die Stahlsteindecken erhielten sieben Zentimeter Aufbeton, eine mechanische Lüftung ermöglicht das Spielen bei geschlossenen Räumen – relevant für den Lärmschutz im Quartier. Drei Zellen blieben im Originalzustand restauriert erhalten und dienen als Dokumentationsbereich zur Geschichte des Hauses.
Die beiden Gebäude umfassen rund 6.900 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Die entsiegelten Außenflächen gestalteten geskes.hack Landschaftsarchitekten. Ab 2027 folgt der Umbau des einstigen Gerichtsgebäudes zu einem Probezentrum für Tanz, Theater und Musik mit sieben großen Studios.
Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.

