Foto: LAMILUX

Ein Glasdach als eierlegende Wollmilchsau: Fabrikhallen-Umbau in München von Behnisch Architekten

Published On: 8. April 2026

Behnisch Architekten haben eine denkmalgeschützte Fabrikhalle aus der Zeit um 1900 zur wetterunabhängigen Actionsporthalle umgebaut. Ein neues Glasdach, das die ästhetischen wie räumlichen Qualitäten des Bestands bewahrt, spielt dabei eine zentrale Rolle. 

Auf dem Gelände der ehemaligen Eggenfabrik im Münchner Stadtteil Pasing ist damit im Auftrag der Landeshauptstadt ein Treffpunkt für die Skate- und BMX-Szene entstanden. Bevor sie 2008 unter Denkmalschutz gestellt wurde, stand die Halle mit ihrem markanten Stahlskelett über Jahrzehnte leer. Ziel war es, die bestehende Industriearchitektur mit möglichst geringen Eingriffen nutzbar zu machen.

So blieb das Stahlskelett samt Fensterflächen weitgehend erhalten. Lediglich das Dach ließen die Planer:innen aus statischen Gründen zurückbauen und durch eine elementierte Holzkassettendecke ersetzen. Heute befinden sich in der Halle Einbauten für Skate-, BMX- und Rollstuhlsport, zudem eine Galerieebene sowie Sitznischen entlang der Westseite. 

Foto: LAMILUX

Oberlicht mit Mehrfachfunktion 

Besonderes Augenmerk lag auf der Erneuerung des Oberlichts – einem der prägenden Elemente des historischen Baus. Behnisch Architekten wählten ein individuell geplantes Glasdach von Lamilux in Satteldachform mit rund 230 Quadratmetern Fläche. Die feingliedrige Konstruktion mit T- und Hohlprofilen nimmt laut Architektin Maria Hirnsperger die historische Optik wieder auf. 

Neben Belichtung und Optik dient das Glasdach auch der energetischen Performance. In die 136 Scheiben sind Photovoltaikelemente integriert, die zugleich als sommerlicher Wärmeschutz dienen. Die Halle wird rein natürlich belüftet: Über Lamellenfenster an der Fassade und motorisch gesteuerte Lüftungsflügel im Oberlicht entsteht ein thermischer Auftrieb. Im Brandfall übernehmen dieselben Klappen die Entrauchung.

Foto: LAMILUX

Insgesamt wurde die Halle energetisch saniert. Nebenräume sind in mobilen Containern untergebracht, die auch als Street-Art-Flächen dienen. Betrieben wird die Halle von der gemeinnützigen Organisation High Five, die sich mit Sportangeboten für Kinder und Jugendliche engagiert 
 
Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.  

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