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Wandlitzer Monolith: Wohnhaus von Tillmann Wagner Architekten
Im Wandlitzer Ortsteil Zerpenschleuse, rund 30 Kilometer nördlich von Berlin, haben Tillmann Wagner Architekten (Berlin) ein schmales Grundstück am Finowkanal nachverdichtet. Auf der Parzelle mit historischem Schifferhaus entstand für eine Handwerkerfamilie die Wohneinheit LichtStein – ein Neubau, der eine baufällige Remise ersetzt und zugleich den Bestand stärkt.
Der polygonale Baukörper wurde in der südlichen Grundstücksecke grenzständig errichtet, nachdem man die vorhandenen Außenmauern baulich gesichert hatte. Zwischen Alt- und Neubau entstand ein entsiegelter Hof, der als verbindendes „Wohnzimmer“ im Freien fungieren soll. Bei einer Bruttogrundfläche von 92,5 Quadratmetern beliefen sich die Kosten in den Kostengruppen 300 und 400 auf rund 238.000 Euro netto.
Über einem Stahlbetonsockel, in dem Regenwasserbecken, Sitzbank, Brüstung und Terrasse untergebracht sind, erhebt sich eine Vormauerschale aus wiederverwendeten Reichsformat-Klinkern der früheren Remise. Unterschiedliche Verbände, vertikale Versätze und gezielt eingesetzte Betonfertigteile verleihen dem zweigeschossigen Bau eine kompakte, nahezu monolithische Erscheinung. Unregelmäßig gesetzte Fensteröffnungen und ein skulptural ausgebildeter Wasserspeier am Ende der Dachentwässerung prägen ebenfalls die Außenwirkung.
Im Inneren entfaltet sich eine offene Raumfolge über zwei Vollgeschosse, gegliedert durch gestaffelte Deckenhöhen. Eine als Einbaumöbel konzipierte Holztreppe aus Multiplexplatten mit Seekieferfurnier verbindet die Ebenen. Sie trifft auf strukturierte Sichtbetondecken, mit Strohlehm verputzte Wände, weiß lasierte Holzfenster und mineralisch gespachtelte Böden.
Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.

