Foto: Glen Amungwa Nkumboh

Lehm für die Diplomatie: Caesar Zumthor Architekten und Nord Architekten bauen Schweizer Botschaft in Kamerun

Published On: 25. März 2026

In Kameruns Hauptstadt Yaoundé haben die Vorbereitungen für ein ungewöhnliches Bauprojekt begonnen: Die künftige Schweizer Botschaft soll weitgehend aus gepressten Lehmsteinen bestehen. Entworfen von Caesar Zumthor Architekten und Nord Architekten, umfasst das Ensemble Kanzlei, Residenz und Verbindungsbau rund um einen zentralen Innenhof. Das Besondere daran: Der Lehm stammt aus der Region und wird mit dem mineralischen Stabilisator Oxabrick Loko des ETH-Spin-offs Oxara verarbeitet – ganz ohne Zement.

Foto: ARGE Nord & Caesar Zumthor Architekten

Laut Oxara wurden rund 150 Kilogramm Lehm aus Yaoundé ins firmeneigene Labor nach Dietikon transportiert und auf ihre Eignung geprüft. Die Übertragung der Laborergebnisse vor Ort erwies sich allerdings als schwierig. Hinzugezogen wurde deshalb der kamerunische Materialforscher Bernadin Beauderic Kenne Diffo, der bereits an der ETH Zürich mit Oxara zusammengearbeitet hatte. Gemeinsam mit dem lokalen Produzenten Eco-Brick entwickelte er ein angepasstes Mischverhältnis, das die Anforderungen an Druckfestigkeit und Wasseraufnahme erfüllt. 
 
In vielen urbanen Kontexten Westafrikas gilt Beton als Zeichen von Modernität, während Lehmbau noch häufig mit Armut verbunden wird. Laut Oxara-Projektleiter Jonathan Ensslin habe es daher „eine starke Signalwirkung", dass ausgerechnet eine Botschaft auf Lehm setzt. Eine erste Teststruktur aus rund 7.000 gepressten Lehmsteinen wird dem Unternehmen zufolge derzeit fertiggestellt. Danach soll der eigentliche Bau beginnen. Das Projekt zielt darauf ab, CO₂-Emissionen durch kurze Transportwege und den Verzicht auf Zement zu senken und zugleich lokale Wertschöpfungsketten zu stärken. 

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