
Foto: Brückner & Brückner Architekten, Leipfinger-Bader
Holz-Lehm-Verbund im Praxistest: Pilotprojekt in Tirschenreuth
Die Kombination aus Holz und Lehm verbindet zwei bewährte Naturbaustoffe zu einem leistungsfähigen System für die Bauwende. Während Holz als nachwachsender Rohstoff die statische Tragfähigkeit übernimmt, dient der Lehm als natürlicher Speicher für Wärme und Feuchtigkeit. Das Ergebnis ist ein massives, ressourcenschonendes Deckenelement, das ökologische Anforderungen mit bauphysikalischer Belastbarkeit und architektonischer Qualität vereint.
Konstruktive Vorteile und Klimaschutz
Angesichts steigender Anforderungen an die CO₂-Bilanz und Energieeffizienz von Gebäuden bietet diese Hybridbauweise klare Vorzüge:
- Emissionsreduktion: Durch den Einsatz regional verfügbarer Materialien wird der ökologische Fußabdruck minimiert.
- Effizienz: Die industrielle Vorfertigung ermöglicht eine hohe Präzision sowie verkürzte Montagezeiten auf der Baustelle.
- Raumklima: Der Verzicht auf chemische Beschichtungen erhält die Difeditorsfähigkeit des Lehms, was die Luftfeuchtigkeit natürlich reguliert.
Realisierung: Verband für Ländliche Entwicklung
Wie sich dieses Potenzial in der Praxis umsetzen lässt, zeigt ein Neubau in Tirschenreuth. Bei diesem Projekt kamen 650 m² der Holz-Lehm-Massivdecke zum Einsatz. Die von Leipfinger-Bader vorgefertigten Elemente wurden just-in-time angeliefert und direkt montiert.
Im Innenraum des Verwaltungsgebäudes bleibt die Materialität unmittelbar erlebbar. Die unbehandelten Oberflächen prägen die Ästhetik und schaffen ein gesundes Arbeitsumfeld. Damit dient das Vorhaben als Referenz für eine zukunftsorientierte Bauweise, die zeigt, dass massive Konstruktionen auch ohne hohen energetischen Aufwand oder klimaschädliche Bindemittel realisierbar sind.

