
KiTa Bewegungsreich Berlin Strohe Ullrich Architekten, Foto: TillSchuster 2025
Erweiterung um 45 Grad: Kita in Berlin von Therese Strohe Michael Ullrich Architekten mit D+S Architekten
Inmitten einer Ost-Berliner Großwohnsiedlung nordöstlich des S-Bahnhofs Greifswalder haben Therese Strohe Michael Ullrich Architekten mit D+S Architekten (beide Berlin) einen dreigeschossigen Plattenbau vom Typ WBS 70 saniert und um einen Neubau ergänzt. In dem Ensemble, das von weiten Freiflächen und altem Baumbestand umgeben ist, befindet sich die Kita Bewegungsreich. Betrieben wird sie von der gemeinnützigen Sozialeinrichtung Pfefferwerk Stadtkultur, die das Erweiterungsprojekt beauftragte. Damit vergrößerte sich die Kapazität der Kita um 90 Plätze auf nun rund 250 Plätze.
Der rund 1.000 Quadratmeter große Erweiterungsbau wurde im 45-Grad-Winkel an den Bestand gesetzt. Mit Waschbeton, Betonfertigteilen und einer klaren Tektonik interpretiert er dessen serielle Logik neu. Die Konstruktion ist als Stahlbetonskelett mit Holzrahmen-Außenwänden ausgeführt, eine grüne Lärchenholzschalung charakterisiert die Fassaden. Ein umlaufender Laubengang übernimmt Erschließung, Fluchtweg und Sonnenschutz.
Zentraler Punkt der Planung war das Regenwassermanagement. Die Kita ist Modellprojekt im bundesweiten Forschungsvorhaben networks4, das Wasserversorgung und -entsorgung mit Grünflächen und Gebäuden zusammendenkt. Regenwasser wird auf den Dächern gesammelt, in Zisternen gespeichert und für Toilettenspülung sowie Bewässerung genutzt. Gründächer fördern die Verdunstung und verbessern das Mikroklima. Die von Schönherr Landschaftsarchitekten (Berlin) gestalteten Freianlagen lassen mit Wasserlauf, Schilfzonen und einem Verdunstungsbecken das Konzept des Wasserkreislaufs nachvollziehbar werden.
Finanziert wurde das Bauvorhaben zu großen Teilen aus dem Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung" der Städtebauförderung. Die Kosten des Erweiterungsbaus lagen bei rund 3,3 Millionen Euro. Zusammen mit der Sanierung des Bestands und den Außenanlagen beliefen sich die Gesamtkosten auf circa 10,5 Millionen Euro.
Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.

