Foto: Marcus Ebener

Wohnen in der Shedhalle: Bollinger + Fehlig in Berlin-Spandau

Published On: 22. Oktober 2026

Im Havelufer Quartier der Berliner Wasserstadt Oberhavel wurde in einem Industriedenkmal neuer Wohnraum geschaffen: Die 137 Meter lange Shedhalle der ehemaligen Siemens Luftfahrtgerätewerke beherbergt nach ihrem von Bollinger + Fehlig geplanten Umbau 142 Mietwohnungen mit ein bis fünf Zimmern. Das Berliner Büro verwandelte den früheren Produktionsort in eine dichte Wohnanlage, durchzogen von Gassen.

Die Außenwände und die historische Stahlkonstruktion blieben erhalten, die Dachhaut wurde zurückgebaut. In diesen Bestand setzten die Architekt*innen drei zweigeschossige Volumen mit großen Fenstern, die die Wohnungen aufnehmen. Erschlossen werden sie von zwei Gassen, offenen Treppen und Laubengängen – halböffentliche, geschützte Räume, die sich die Bewohnenden aneignen können. Entstanden ist ein bunter Wohnungsmix, der dezidiert auch kleine Einheiten umfasst. Einige Wohnungen verfügen über Dachterrassen. An der Ostfassade wurden auch einige Gewerbeeinheiten mit teilweise doppelgeschossigen Räume integriert.

Foto: Marcus Ebener

Der Hybridbau kombiniert Decken und Wohnungstrennwände aus Stahlbeton mit Holzrahmenkonstruktionen. Wo geschlossene Außenwandflächen der Neubauten auf größere Fensterflächen der historischen Halle treffen, entstand eine Fassade aus Metallkassetten. Im Inneren benötigt diese aus statischen Gründen teils eine eigene Stahlkonstruktion. Die denkmalgerechte Integration der Wohnungen erforderte einige Kompromisse bei Dämmung, Wärmebrücken und Brandschutz. Das Ergebnis zeigt, wie sich industrieller Bestand für Wohnraum nutzen lässt, ohne dabei seine Geschichte zu überdecken.

Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Meldungen.

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