Foto: Tomáš Slavík

Gebaut aus Gebrauchtem: Upcycled Sauna in Brünn von Ika.architekti

Published On: 23. Juli 2025

Das Stadtleben kann anstrengend sein, die Zeit im Büro dröge. Statt E-Mails zu schreiben, wollte das Team von Ika.architekti etwas mit den eigenen Händen machen. In einem Garten in Brünn bauten Tomáš Dvořák und Lenka Bažík eine Sauna aus wiederverwendeten Materialien.

Inmitten der Gartenidylle steht nun ein Würfel mit einer Haut aus gelbbraunen Wellplatten. Darin befindet sich eine einfache Bank aus Holzlatten und ein schwarzer Ofen. Brennt abends das Licht, offenbart sich die scheckige Fassade als transluzent. An einer Seite dringt ein Rohr heraus und ragt in einer S-Kurve bis über die Attika. Neben dem Häuschen steht eine khakifarbene Wanne zum Abkühlen nach dem Saunagang.

Dvořák und Bažík durchstöbern gerne Secondhand-Webseiten und horten, was noch nützlich sein könnte. Als sie begannen, ihre Sauna zu entwerfen, verfügten sie über einige Holzschwellen, Bretter, Balken, zementgebundene Spanplatten und Mineralwolle-Reste. Später fanden sie gebrauchte Europaletten mit 1×1 Meter Seitenlänge und erhielten so manche Überbleibsel von Freunden.

Die Holzschwellen dienen als Fundament. Darauf legten die Architekt*innen eine Palette, füllten sie mit Mineralwolle und verlegten einen Fußboden aus zementgebundenen Spanplatten. Die Paletten nutzten sie auch für die Wände. Aus Balken und einer weiteren Palette zimmerten sie das leicht geneigte Flachdach.

Wände und Dach wurden mit roher Schafwolle gedämmt, die sie günstig von einem örtlichen Schäfer erworben hatten. Bevor Dvořák und Bažík das Material in die Zwischenräume stopften, reinigten sie die Faserflocken per Hand.

Foto: Tomáš Slavík

Raumseitig hält ein Schutznetz die Dämmschicht in Position, darüber ist eine hitzereflektierende Folie gelegt. Um die Hitze im Raum zu halten, sind hinter dem Ofen zementgebundene Spanplatten angebracht. Die übrigen Innenflächen bilden Fichtenbretter.

Außenseitig schützt eine wasserundurchlässige Fassadenbahn die Dämmung. Darüber dient ein Gitter aus Fichtenlatten als Unterkonstruktion für die gebrauchten, schuppenartig verlegten Glasfaser-Wellplatten, die die Wetterschale bilden. 

Dieser Text basiert auf einem redaktionellen Beitrag von BauNetz Wissen.

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